Kapitel 1
1 Paulus, Apostel Christi Jesu durch den Willen Gottes, an die Heiligen in Ephesus[1], die an Christus Jesus glauben:
2 Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!
Lobpreis Gottes für die Erlösung durch Christus
3 Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus.
Nach der Ausgießung seines Geistes auf die ersten Jünger hat Gott das Reservoir des Himmels nicht verschlossen. Auch wir können die Fülle seines Segens empfangen. Der Himmel ist voll von den Schätzen seiner Gnade, und wer im Glauben zu Gott kommt, darf alles beanspruchen, was er verheißen hat. Wenn wir seine Kraft nicht empfangen, liegt das an unserer geistlichen Lethargie, Gleichgültigkeit und Trägheit. Lasst uns allen Formalismus und alle Leblosigkeit ablegen! WHG 21.4
Das Evangelium von Christo ist ein Segen, den alle besitzen können. Die ärmsten gerade sowohl wie die reichsten können sich das Heil sichern, das durch keine Menge weltlichen Reichtums, sondern einzig und allein durch willigen Gehorsam, indem wir uns Christo als sein erkauftes Eigentum hingeben, erlangt werden kann. Bildung, selbst der höchsten Art, kann an sich selbst keinen Menschen näher zu Gott bringen. Die Pharisäer genossen viele irdische und geistliche Vorteile, womit sie sich brüsteten und worauf sie stolz waren. Sie sagten: Wir sind “reich und haben gar satt”, und dennoch waren sie “elend und jämmerlich, arm, blind und bloß”. Offenbarung 3,17. Christus bot ihnen die köstliche Perle an, aber sie verschmähten dieselbe, worauf er sagte: “Die Zöllner und Huren mögen wohl eher ins Himmelreich kommen denn ihr.” Matthäus 21,31 CGl 115.1
4 Denn in ihm hat er uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war, dass wir heilig und untadelig vor ihm sein sollten in der Liebe;
Durch die Ausübung des Glaubens, [den Empfang der] Gnade Christi und das Wirken des Heiligen Geistes sollen wir uns gewiss sein, dass wir von Gott zur Erlösung erwählt sind. Wegen dieses wunderbaren Erweises seiner unverdienten Gunst sollen wir ihn loben und preisen. Die Liebe Gottes zieht einen Menschen zu Christus, der ihn gnädig annimmt und seinem Vater präsentiert. Das Wirken des Heiligen Geistes erneuert die Beziehung zwischen Gott und dem Sünder. Unser himmlischer Vater sagt: “Ich will euer Gott sein und ihr sollt mein Volk sein.” Jeremia 7,23 (GNB). “Mit ewiger Liebe habe ich [euch] geliebt.” Jeremia 31,3. “Ich will ihnen ihren Ungehorsam vergeben und nie mehr an ihre Schuld denken.” V. 34 (GNB). “Das Volk, das ich mir bereitet habe, soll meinen Ruhm verkündigen. WHG 39.2
5 er hat uns dazu vorherbestimmt, seine Kinder zu sein durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens,
-Was ist in diesem Vers mit Vorherbestimmung gemeint?
(Der Plan Gottes war es bzw. wurde der Mensch im Bilde Gottes geschaffen. Es war nie der Plan gewesen sündig zu sein oder das sich der Mensch gegen Gott entscheiden, dazu hat sich der Mensch selbst entschieden durch den FREIEN WILLEN die ihm Gott gegeben hat, war dies überhaupt möglich. Aber die Vorherbestimmung war es, das wir seine Kinder sind, nur viele haben sie dazu entschieden, nicht mehr seine Kinder sein zu wollen.)
-Hat Vorherbestimmung etwas mit Zwang zu tun?
(Nein, jeder kann sich frei entscheiden)
(Nein, jeder kann sich frei entscheiden)
6 zum Lob seiner herrlichen Gnade, mit der er uns begnadet hat in dem Geliebten.
Christus ruft Menschen auf, zu ihm zu kommen. Es liegt in unserem gegenwärtigen und ewigen Interesse, auf diesen Ruf zu hören und zu antworten. Jesus sagt: “Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt.” Johannes 15,16. Alle, die Kinder Gottes genannt werden wollen, sollen die Einladung Christi annehmen und dorthin gehen, wo das Licht des Himmels auf sie scheint und wo sie erkennen, was es bedeutet, Hörer und Täter der Worte Christi zu sein (siehe Matthäus 7,24-27), dem “Licht der Welt” zu folgen (Johannes 8,12) und “in dem Geliebten begnadet” zu sein. Epheser 1,6 (KJV). WHG 39.3
7 In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade,
Wenn du die göttlichen Verheißungen liest, dann mache dir bewusst, dass sie der Ausdruck unaussprechlicher Liebe und unbeschreiblichen Mitleids sind. Mit grenzenlosem Mitgefühl sehnt sich das große Herz der unendlichen Liebe nach dem Sünder. „In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden.” (Epheser 1,7) So ist es! Glaube nur, dass Gott an deiner Seite steht und dir helfen will. Er möchte im Menschen das göttliche Bild entsprechend seinem moralischen Maßstab wiederherstellen. Wenn du dich mit deiner Reue und deinem Sündenbekenntnis zu Gott hinwendest, wird er mit seiner Barmherzigkeit und Vergebung auf dich zukommen und dir ganz nahe sein. RW 68.1
8 die er uns reichlich hat widerfahren lassen in aller Weisheit und Klugheit.
Es hat zu allen Zeiten außergewöhnliche Menschen gegeben, die durch ihre Klugheit, ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse oder aufgrund ihrer Weisheit das Denken und Handeln ganzer Epochen prägten. Sie wurden zu Recht als Wohltäter der Menschheit gepriesen und verehrt — allerdings nicht immer schon zu ihren Lebzeiten. Doch es gibt einen, der ihnen allen überlegen ist. Wie weit wir auch die Reihe der hervorragenden Lehrer und Persönlichkeiten in dieser Welt zurückverfolgen: das göttliche Licht war lange vor ihnen da. Es ist ähnlich wie im Universum. Unser Mond und die Planeten leuchten zwar am nächtlichen Himmel, aber sie strahlen nicht ihr eigenes Licht aus, sondern werfen nur das Licht der Sonne zurück. So wurden auch die großen Denker der Menschheitsgeschichte erleuchtet und spiegelten wider, was sie zuvor von der Sonne der Gerechtigkeit empfangen hatten. Jeder große Gedanke, jeder Geistesblitz hat seinen Ursprung in dem, der das Licht der Welt ist. ERZ 12.1
9 Gott hat uns wissen lassen das Geheimnis seines Willens nach seinem Ratschluss, den er zuvor in Christus gefasst hatte,
Das Geheimnis des Erfolges liegt nicht in unserer Gelehrsamkeit, nicht in unserer Stellung, nicht in unserer Anzahl oder in den uns anvertrauten Talenten, nicht im Willen der Menschen. Wenn wir unsere Unfähigkeit fühlen, müssen wir auf Christum schauen und durch ihn, der die Kraft aller Kräfte, der Gedanke aller Gedanken ist, wird der Willige und Gehorsame Sieg auf Sieg gewinnen. CGl 399.1
10 um die Fülle der Zeiten heraufzuführen, auf dass alles zusammengefasst würde in Christus, was im Himmel und auf Erden ist, durch ihn.
11 In ihm sind wir auch zu Erben eingesetzt worden, die wir dazu vorherbestimmt sind nach dem Vorsatz dessen, der alles wirkt, nach dem Ratschluss seines Willens,
12 damit wir zum Lob seiner Herrlichkeit leben, die wir zuvor auf Christus gehofft haben.
Die um den Thron stehenden Seraphim sind so sehr von Ehrfurcht erfüllt, wenn sie die Herrlichkeit Gottes wahrnehmen, daß sie auch nicht nur einen Augenblick auf sich selbst mit Bewunderung blicken. Ihr Lob gilt dem Herrn aller Herren. Indem sie in die Zukunft schauen, wenn die ganze Erde erfüllt sein wird von seiner Herrlichkeit, hallt in lieblicher Melodie der Freudengesang wider: “Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth.” Ihr Glück besteht darin, den Herrn zu verherrlichen; sie wünschen nichts weiter, als in seiner Gegenwart zu bleiben und seinen Beifall zu genießen. Sein Bildnis zu tragen, seine Befehle auszuüben, ihn anzubeten, ist ihr höchstes Ziel, das sie zu erreichen suchen DEV 15.1
13 In ihm seid auch ihr, die ihr das Wort der Wahrheit gehört habt, nämlich das Evangelium von eurer Rettung – in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist, der verheißen ist,
Ich sah, daß die gegenwärtige Prüfung mit dem Sabbat nicht eher stattfinden konnte, als die Vermittlung Jesu im Heiligen vollendet und er durch den zweiten Vorhang eingegangen war. Deshalb ruhen Christen, die gestorben sind, ehe die Tür in das Allerheiligste (nach Beendigung des Mitternachtrufs im siebenten Monat 1844) geöffnet wurde, und die nicht den wahren Sabbat gehalten haben, nun in Hoffnung. Sie hatten nicht das Licht und die Prüfung mit dem Sabbat, die wir haben ... Ich sah, daß Satan manche vom Volk Gottes durch diesen Punkt versuchte: Weil so viele gute Christen im Glauben gestorben sind und nicht den wahren Sabbat gehalten haben, bezweifelten sie, daß er nun ein Prüfstein für uns sei ... Satan versucht nun in dieser Zeit der Versiegelung jede List, um das Volk Gottes von der gegenwärtigen Wahrheit abzuhalten und es unentschlossen zu machen. CKB 157.7
14 welcher ist das Unterpfand unsres Erbes, zu unsrer Erlösung, dass wir sein Eigentum würden zum Lob seiner Herrlichkeit.
Durch die Sünde war nicht nur der Mensch, sondern die ganze Erde zum Einflußbereich des Bösen geworden. Aber durch den Erlösungsplan sollte alles neu werden. Bei seiner Erschaffung wurde Adam zum Herrn über die ganze Erde gesetzt. Als er aber der Versuchung erlag, geriet er unter die Macht des Widersachers. “Von wem jemand überwunden ist, dessen Knecht ist er geworden.” 2.Petrus 2,19. Als der Mensch Satans Knecht wurde, ging die Herrschaft an seinen Überwinder verloren. So wurde Satan “der Gott dieser Welt” (2.Korinther 4,4), der die Gewalt über die Erde, die ursprünglich Adam übertragen war, an sich riß. Christus aber würde durch sein Opfer die Strafe auf sich nehmen und dadurch nicht nur die Menschen erlösen, sondern auch die von ihnen verspielte Herrschaft zurückgewinnen. So sagt der Prophet: “Und du, Turm der Herde, du Feste der Tochter Zion, zu dir wird kommen und wiederkehren die frühere Herrschaft.” Micha 4,8. Und der Apostel Paulus weist voraus auf “das Unterpfand unsres Erbes zu unsrer Erlösung”. Epheser 1,14 PP 44.3
Gebet um Erkenntnis der Herrlichkeit Christi
15 Darum, nachdem auch ich gehört habe von dem Glauben bei euch an den Herrn Jesus und von eurer Liebe zu allen Heiligen,
16 höre ich nicht auf, zu danken für euch, und gedenke euer in meinem Gebet,
17 dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und der Offenbarung, ihn zu erkennen.
18 Und er gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid, wie reich die Herrlichkeit seines Erbes für die Heiligen ist
19 und wie überschwänglich groß seine Kraft an uns ist, die wir glauben durch die Wirkung seiner mächtigen Stärke.
20 Mit ihr hat er an Christus gewirkt, als er ihn von den Toten auferweckt hat und eingesetzt zu seiner Rechten im Himmel
21 über alle Reiche, Gewalt, Macht, Herrschaft und jeden Namen, der angerufen wird, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen.
22 Und alles hat er unter seine Füße getan und hat ihn gesetzt der Gemeinde zum Haupt über alles,
23 welche sein Leib ist, nämlich die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt.
Paulus beginnt den Brief an die Epheser mit einem Gruß, in dem er Gnade und Frieden von Gott und Jesus Christus wünscht. Er lobt Gott für die geistlichen Segnungen, die Gläubige durch Christus empfangen können. Diese Segnungen stehen jedem zur Verfügung, der im Glauben zu Gott kommt, unabhängig von Reichtum oder Bildung.
Paulus betont, dass Gott die Menschen schon vor Erschaffung der Welt dazu bestimmt hat, seine Kinder zu sein. Diese Vorherbestimmung bedeutet jedoch keinen Zwang, sondern basiert auf dem freien Willen des Menschen. Jeder kann sich entscheiden, Gott nachzufolgen oder nicht.
Durch das Blut Christi wird den Gläubigen Vergebung und Erlösung geschenkt. Die göttlichen Verheißungen sind ein Ausdruck von Gottes Liebe und Mitgefühl. Er möchte das verlorene Bild des Menschen wiederherstellen und ihm geistliche Weisheit und Erkenntnis schenken.
Paulus erklärt, dass alle, die das Evangelium annehmen, mit dem Heiligen Geist versiegelt werden. Dieser Geist ist das Unterpfand des Erbes, das Gläubige in Christus erwartet. Christus hat durch sein Opfer nicht nur die Menschheit erlöst, sondern auch die ursprüngliche Herrschaft, die Adam verloren hatte, zurückgewonnen.
Abschließend betet Paulus dafür, dass die Gläubigen die Herrlichkeit Christi erkennen und die Hoffnung und Kraft verstehen, die ihnen durch den Glauben zur Verfügung steht. Christus wird als Haupt der Gemeinde dargestellt, die als sein Leib die Fülle dessen ist, der alles in allem erfüllt.
-Wie würdest du in einem Satz den gesamten Abschnitt zusammenfassen?
(Der Text beschreibt, wie Gott die Gläubigen durch Christus erwählt, erlöst und mit geistlichem Segen beschenkt hat, wobei der freie Wille des Menschen entscheidend für die Annahme dieser Gnade ist.)
-Was hat dir besonders gut gefallen?
Mir gefällt besonders die Botschaft, dass Gottes Liebe und Gnade allen Menschen offenstehen, unabhängig von ihrem Hintergrund oder ihrer Bildung. Der Gedanke, dass die Erlösung nicht durch menschliche Leistung, sondern allein durch den Glauben an Christus und die Annahme seiner Gnade geschieht, ist sehr ermutigend. Auch die Betonung darauf, dass Gott uns als seine Kinder sieht und jeder die Freiheit hat, sich für ihn zu entscheiden, finde ich besonders schön.
Predigt zum Text von circa 15 Minuten
Thema: Erwählt, erlöst und gesegnet durch Christus
Einleitung:
Liebe Geschwister,
der Epheserbrief beginnt mit einem kraftvollen Lobpreis Gottes. Paulus erinnert uns daran, was es bedeutet, ein Kind Gottes zu sein – erwählt, erlöst und gesegnet durch Jesus Christus.
Ich möchte euch heute einladen, tiefer in diese Wahrheiten einzutauchen und zu erkennen, wie sie unser Leben ganz praktisch verändern können.
1. Erwählt vor Grundlegung der Welt
Paulus schreibt:
"Denn in ihm hat er uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war, dass wir heilig und untadelig vor ihm sein sollten in der Liebe." (Epheser 1,4)
Was bedeutet das?
Bevor die Welt erschaffen wurde – bevor die ersten Sterne leuchteten oder die Erde geformt war – hat Gott an dich gedacht.
Du bist kein Zufall. Dein Leben ist kein Produkt blinder Umstände. Gott wollte dich.
Er hat dich erwählt, um in einer engen Beziehung zu ihm zu leben – als sein geliebtes Kind.
Aber bedeutet diese Erwählung Zwang?
Nein! Gott hat uns den freien Willen gegeben. Seine Erwählung ist eine Einladung, keine erzwungene Entscheidung.
Ein schönes Bild dafür ist das einer Hochzeit. Der Bräutigam wählt seine Braut, aber sie muss Ja sagen.
Gott sagt: "Ich habe dich erwählt." Doch wir müssen antworten: "Ja, Herr, ich will!"
Was bedeutet das für unser Leben?
Es gibt so viele Menschen, die sich wertlos fühlen, die glauben, sie seien nicht gut genug, nicht wichtig genug.
Doch die Bibel sagt: Gott hat dich erwählt! Er kennt deine Fehler, deine Vergangenheit, deine Kämpfe – und trotzdem liebt er dich.
2. Erlöst durch das Blut Christi
Wie wird diese Erwählung Realität? Paulus schreibt:
"In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade." (Epheser 1,7)
Erlösung bedeutet Befreiung.
Im Alten Testament mussten Israeliten ein Opfer bringen, um Vergebung zu erhalten. Doch all diese Opfer waren nur ein Hinweis auf das, was Jesus am Kreuz getan hat.
Jesus hat den höchsten Preis bezahlt – sein eigenes Leben.
Durch sein Blut sind wir erlöst, befreit von der Macht der Sünde, von Schuld und Verdammnis.
Was bedeutet das praktisch?
Hast du jemals das Gefühl gehabt, dass deine Vergangenheit dich einholt?
Dass deine Fehler dich definieren?
Die Bibel sagt: In Christus bist du frei. Deine Schuld ist vergeben. Deine Vergangenheit hat keine Macht mehr über dich.
Doch diese Erlösung erfordert etwas von uns:
Wir müssen sie im Glauben annehmen. Jesus streckt uns die Hand entgegen – wir müssen sie ergreifen.
Das ist wie ein Geschenk, das vor dir liegt. Es gehört dir, aber du musst es auspacken.
3. Gesegnet mit allem geistlichen Segen
Paulus schreibt:
"Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus." (Epheser 1,3)
Was bedeutet das?
Viele denken bei Segen an materiellen Wohlstand – Geld, Gesundheit, Erfolg.
Doch Paulus spricht von geistlichen Segnungen, die noch wertvoller sind:
Frieden inmitten von Schwierigkeiten,
Weisheit, um richtige Entscheidungen zu treffen,
Kraft, wenn wir schwach sind,
und vor allem: die Gegenwart des Heiligen Geistes in unserem Leben.
Warum erleben wir diese Segnungen oft nicht?
Paulus gibt uns eine indirekte Antwort: geistliche Lethargie, Gleichgültigkeit und Trägheit.
Manchmal sind wir so mit dem Alltag beschäftigt, dass wir vergessen, nach diesen Segnungen zu greifen.
Ich möchte euch ein Beispiel geben:
Stellt euch vor, jemand schenkt euch einen Tresor voller Schätze – doch ihr lasst ihn unberührt in der Ecke stehen.
Genauso ist es mit Gottes Segen: Er ist da, aber wir müssen ihn im Glauben ergreifen.
Wie können wir das tun?
Indem wir täglich im Gebet und im Wort Gottes leben.
Indem wir uns vom Heiligen Geist leiten lassen.
Und indem wir glauben, dass Gott uns wirklich segnen will.
4. Unser Erbe und unsere Bestimmung
Paulus schreibt weiter:
"In ihm sind wir auch zu Erben eingesetzt worden, die wir dazu vorherbestimmt sind nach dem Vorsatz dessen, der alles wirkt, nach dem Ratschluss seines Willens." (Epheser 1,11)
Was bedeutet es, ein Erbe Gottes zu sein?
Ein Erbe ist nicht etwas, das wir verdienen – es wird uns geschenkt, weil wir zur Familie gehören.
Unser Erbe ist das ewige Leben, aber es beginnt nicht erst im Himmel. Schon jetzt dürfen wir in der Fülle Gottes leben.
Der Heilige Geist ist das Unterpfand dieses Erbes.
Er ist der Beweis, dass wir zu Gott gehören und dass uns das Beste noch bevorsteht.
5. Unser Auftrag: Zum Lob seiner Herrlichkeit leben
Paulus sagt:
"Damit wir zum Lob seiner Herrlichkeit leben, die wir zuvor auf Christus gehofft haben." (Epheser 1,12)
Warum hat Gott uns erwählt, erlöst und gesegnet?
Nicht nur, damit wir ein angenehmes Leben führen, sondern damit unser Leben ein Spiegel seiner Herrlichkeit ist.
Das bedeutet:
In der Familie: Vergebungsbereitschaft und Liebe zeigen.
Am Arbeitsplatz: Ehrlichkeit und Integrität leben.
In der Gemeinde: Dienen und ermutigen.
Unser Leben sollte eine Predigt ohne Worte sein – ein lebendiges Zeugnis der Gnade Gottes.
Schlussgedanke:
Liebe Geschwister, was nehmen wir heute mit?
Gott hat dich erwählt. Du bist kein Zufall.
Jesus hat dich erlöst. Deine Schuld ist vergeben.
Der Heilige Geist will dich segnen. Du bist befähigt, ein Leben zur Ehre Gottes zu führen.
Die Frage ist: Lebst du in dieser Wahrheit?
Oder lässt du dich von Sorgen, Zweifeln oder Ablenkungen zurückhalten?
Heute lädt Gott dich ein, neu Ja zu sagen – zu seiner Liebe, zu seiner Berufung und zu dem Leben, das er für dich vorbereitet hat.
Amen.
Schlussgeschichte:
Liebe Geschwister, lasst mich zum Abschluss eine kleine Geschichte erzählen:
Ein Vater nahm seinen Sohn mit zu einem großen Weizenfeld. Am Rand des Feldes lag ein verrosteter, alter Schlüssel. Der Junge hob ihn auf und fragte:
„Papa, wozu ist dieser Schlüssel gut?“
Der Vater lächelte und antwortete: „Ein Schlüssel ist nur dann wertvoll, wenn du weißt, welches Schloss er öffnet.“
Der Junge steckte den Schlüssel ein. Einige Tage später besuchten sie den Speicher des Großvaters. In einer Ecke stand eine alte Truhe. Neugierig zog der Junge den rostigen Schlüssel heraus und probierte ihn – und tatsächlich! Die Truhe sprang auf, und darin lag ein Schatz voller Erinnerungen, Briefe und wertvoller Kleinigkeiten.
Was lehrt uns diese Geschichte?
Gottes Verheißungen sind wie ein Schlüssel. Sie sind nicht nur schöne Worte auf Papier. Sie öffnen die Tür zu einem Leben in Fülle – zur Erfahrung seiner Liebe, Vergebung und Kraft.
Doch wie der Junge den Schlüssel benutzen musste, müssen auch wir im Glauben handeln. Gott hat uns erwählt, erlöst und gesegnet. Der Schlüssel liegt in unserer Hand. Die Frage ist: Nutzen wir ihn?
Lasst uns heute bewusst diese Tür öffnen – die Tür zu einem Leben im Licht seiner Herrlichkeit.
Amen.